01.12.2025
Der Freitag mit dem Knoten im Taschentuch
"Wie bitte?", werden Sie fragen und sich dann entsinnen: ach ja, der Letzte im Oktober, der Reformationstag – DIESER Reformationstag. Und der war in jeder Hinsicht ein besonderer, ein guter, ein erinnerungswürdiger Tag. Ein besonderer Tag ist er schon immer im Rückblick auf die Aktivitäten von Dr. Martin Luther, der im 16. Jahrhundert die Kirche reformierte. Ein guter Tag, er brachte viele Menschen in der Michaeliskirche zusammen, um gemeinsam der Predigt und dem Chor zu lauschen, zu beten und singen, Gottesdienst zu feiern und später bei vielerlei Angeboten eine große Gemeinschaft zu bilden. Und ein erinnerungswürdiger Tag, weil das 20 jährige Jubiläum des neu errichteten Gemeindezentrums begangen wurde. Lange war er vorbereitet worden, es wurden Adressen gesucht und Einladungen an die vielen damals Verantwortlichen, Befürworter und Förderer des großen Bauvorhabens geschickt. So erlebte man schon vor Beginn des Gottesdienstes häufig freudiges Wiedererkennen und herzliche Begrüßungen untereinander. Mit dem Einzug der Domherren, sie sind die Hausherren der Kirche, begann der festliche Gottesdienst in der Michaeliskirche. Der Dechant der Vereinigten Domstifter Prof. Dr. Jörg Ulrich hielt die Predigt. Und von ihm kam der Hinweis mit dem Knoten im Taschentuch. Eine sehr mutmachende Predigt, die das stete Erinnern an die Reformation beinhaltete, auch im Hinblick auf die rückläufigen Zahlen der Mitglieder in den Gemeinden und auf Fragen, die es gab und immer noch gibt. Die Kantorei und der Kinderchor unter Leitung ihrer Kantorin umrahmten den Festgottesdienst mit gefühlvoller Musik. Grußworte kamen vom Regionalbischof, der Gemeindekirchenrat meldete sich zu Wort, die neugewählte Superintendentin fand gute Worte der Anerkennung. Schließlich würdigten der damalige Gemeindepfarrer und nicht zuletzt der Oberbürgermeister von Zeitz mit ihren Grußworten das Geschaffte und das fortwährende Leben in den Räumen. Im Anschluss an den Gottesdienst stand im Gemeindezentrum eine kräftige Suppe bereit, Getränke wurden angeboten. In der Kirche wurde zu Führungen eingeladen, im Gemeindezentrum konnte man das Faksimile der Thesen von Luther anschauen und es gab eine Ausstellung, die das Geschehen vor, während und nach der Fertigstellung des Zentrums mit Fotos und Artikeln anschaulich beleuchtete. Später konnte man sich an Kaffee und einem sehr reichhaltigen Kuchenangebot laben, sich erholen oder bei guten Gesprächen beieinander sein. Ein Orgelkonzert der Kantorin mit Choralvorspielen unterschiedlicher Zeitepochen beendete diesen Festtag, der frohe Menschen entließ, die bei gutem Wetter den Heimweg antraten.Gott sei Dank.
U.Schuch