Kirche Loitzschütz
Die Kirche ist katholischen Ursprungs, das beweist die Inschrift der kleinen Glocke „Maria hilf“ (in lateinisch).
Im 15. Jahrhundert wurde Loitzschütz dem Rittergut Heuckewalde zugeteilt.
Adressdaten
- Zeitzer Straße 29
06712 Heuckewalde OT Loitzschütz - kgv-hl-buero@gmx.de
Daten & Fakten
- Baujahr: 1827
Beschreibung
Das älteste Kirchenbuch wurde von dem erstmalig genannten evangelischen Geistlichen Andreas Müller geschrieben. Er wurde zu Michaelis (1. Oktober) 1573 in sein Amt eingeführt.
Im Jahre 1739 zerstörte ein Blitzschlag den Kirchturm und beschädigte die Mauern. Es machte sich im Jahre 1790 erforderlich, die Mauern durch Pfeiler abzustützen, durch dieselben wäre aber die Kirche, welche bloß 2 Fenster hatte, noch mehr verdunkelt worden.
Die Kirchfahrt (Loitzschütz-Nedissen) beschloss daher, die Kirche neu aufzubauen, zu erweitern und mit einer Orgel zu versehen. Im Jahr 1827 war der Bau vollendet. Die so zweckmäßige Vorhalle wurde im Jahr 1870 hergerichtet. Die durch den Krieg 1870-71 verhinderte Umgestaltung und Verschönerung des Inneren der Kirche wurde in den folgenden Jahren ausgeführt.
Das Kirchengeläut
Das Geläut bestand aus 2 Bronzeglocken. Die Älteste, die kleinere, stammt aus katholischer Zeit, sie trug die Inschrift „Maria hilf“ (in lateinisch). Die Größere wurde 1688 von Nikolaus Rausch in Zeitz gegossen.
Im Jahr 1912 stiftete Oskar Baunack aus Nedissen eine große Glocke. Um einen Dreiklang zu bekommen, musste die kleine Glocke umgegossen werden und erhielt die Inschrift „Ehre sei Gott in der Höhe“.
Im ersten Weltkrieg 1917 mussten die zwei großen Glocken abgeliefert werden. Nachforschungen nach dem Krieg ergaben, dass sich dieselben noch heil in Hamburg befanden. Sie wurden wieder zurück transportiert und feierlich aufgehängt. Somit bestand das Geläut zur Freude der Einwohner wieder aus 3 Glocken.
Im zweiten Weltkrieg wurden die zwei Glocken wieder einkassiert und diesmal auch eingeschmolzen. Trotz der eingetretenen veränderten Verhältnisse und großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten war die Gemeinde bestrebt, das Geläut wieder zu vervollständigen.
Nach intensiven Gesprächen mit der Glockengießerei Schilling in Apolda gelang es dem Gemeindekirchenrat, unter Vorsitz von Pfarrer Maier, die Lieferung von 2 Stahlglocken im März 1961 zu erreichen. Bronzeglocken durften zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gefertigt werden.
Durch eine Sammlung konnten in Loitzschütz 2483 Mark und in Nedissen 1400 Mark eingeworben werden.
Am 28. März um 18:00 Uhr wurde 1 Stunde Probe geläutet in dem schönen Dreiklang f-as-des.
Die große Glocke hat einen Durchmesser von 90 cm und wiegt 288 kg und trägt die Inschrift „Die Lebenden mahne ich – die Toten rufe ich“, gestiftet von der Kirchengemeinde Loitzschütz-Nedissen.
Die mittlere Glocke hat einen Durchmesser von 70 cm und wiegt 145 kg. Sie trägt die Inschrift „In schwerer Zeit dem Herrn geweiht“, gestiftet von Familie Kalb.
Am 23.4.1961 wurde durch Herrn Superintendent Schüttlöffel und Sohn, Pfarrer Maier und Pfarrer Liebau unter Teilnahme der ganzen Kirchengemeinde die Glockenweihe durchgeführt.